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Exzellente Stimmungund familiäre Atmosphäre

Internationales Festival „Musik und Wein im Ahrtal“

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Die Kölner A-capella-Band „Basta“ überzeugte ihr Publikum voll und ganz beim Auftaktabend des diesjährigen Internationalen Festivals „Musik und Wein im Ahrtal“ in der Klosterruine Marienthal. Jost

Marienthal. Exzellente Stimmung, familiäre Atmosphäre und A-cappella-Musik vom Feinsten kennzeichneten den Auftaktabend des internationalen Festivals „Musik und Wein im Ahrtal“ in der Klosterruine Marienthal. Mit 300 Besuchern war Gregor Gäb, der zusammen mit Paul Josten und Unterstützung des renommierten Jazz-Bassisten Ali Haurand das etwas andere Musikfestival bereits im achten Jahr organisiert, vollauf zufrieden. Erneut hatte das jazzverrückte Trio ein ebenso hochkarätiges wie abwechslungsreiches Programm über vier Tage zusammengestellt, das mit dem restlos ausverkauften Auftritt der Saxophone-Ikone Candy Dulfer ihren Höhepunkt fand.

Ganz ohne Instrumente kam hingegen die Kölner Gruppe „Basta“ aus, denn Thomas Aydintan, René Overmann, William Wahl, Arndt Schmöle und Werner Adelmann „machen alles mit dem Mund“. Davon konnte sich das Publikum eindrucksvoll überzeugen.

Wiedersehen macht Freude

Der Tour-Name der fünf Kölner lautet „Wiedersehen macht Freude!“ und ist zugleich Programm: aus einem breit gefächerten Fundus von mehr als 100 Songs – viele davon englischsprachige Superhits mit brandneuen, verrückt-humorvoll-doppelbödigen deutschen Texten – haben sie die Publikumsfavoriten ausgesucht und präsentierten so manche musikalischen Schätze auf dem Podium an der Kopfseite der ehemaligen Klosterkirche. Die Bühne war, sowohl was das Licht als auch den Sound anbelangt, mit den allerfeinsten Gerätschaften ausgestattet, die ihrerseits einen nicht zu unterschätzenden Teil dazu beitrugen, dass der Funke von der ersten Sekunde an auf das Publikum übersprang – und das mit vollem Karacho. Nach wie vor liegt das Erfolgsrezept der Band zum einen in der packenden Live-Präsenz, die weder der Band noch dem Publikum auch nur eine Sekunde Verschnaufpause gönnt; zum anderen in der symbiotischen Vereinigung von Musik, Wort und einem gerüttelt Maß Komik. Die meisten Texte schreibt William Wahl, stets mit augenzwinkernder Überheblichkeit und entwaffnender Selbstironie. Seine manchmal schnoddrige Wortkunst erinnert mitunter an Konstantin Wecker oder Joachim Ringelnatz. So empfing die Gruppe ihre Zuhörer gleich zu Beginn mit den Verszeilen: „Jetzt sitzt Du im Konzert und sehnst Dich nach ’nem Bier, und fragst Dich: Was machst Du verkehrt, warum bist Du bloß hier? Du könntest in der Kneipe sein oder Dich aufs Sofa hau’n – stattdessen ziehst Du Dir a-cappella rein, und es singen noch nicht mal Frau’n.“ Aber es war natürlich alles nicht gar so schlimm.

Extra Deo und Zahnpasta

So wurde aus der neckisch „Gammelfleischparty“ genannten Veranstaltung der „Generation Ü 30“ am Ende doch die erwartete „Party total“, zumal, wie die Sänger mit geübtem Blick feststellten: „Die Mädchen haben heute extra Deo benutzt, und die Jungs besonders gründlich ihre Zähne geputzt.“ Und angesichts der am gleichen Abend beginnenden Fußballweltmeisterschaft in Brasilien durfte natürlich der bislang größte Hit der Gruppe nicht fehlen, mit dem „Basta“ 2010 schon einmal Platz 18 der deutschen Single-Charts belegten und der mittlerweile fast acht Millionen mal auf YouTube aufgerufen wurde: „Gimme Hope Joachim“. Gemeint ist Bundestrainer Joachim „Jogi“ Löw, der den Deutschen endlich wieder den Weltpokal aus Brasilien mitbringen soll.

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